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Präventionsteam Würzburg auf TV Touring

Wer sich mehr Hintergründe zum Thema PSNV (Psychosoziale Notfallversorgung) und SBE (Stressbewältigung für Einsatzkäfte) anschauen möchte, kann mal bei TV-Touring vorbeischauen.

Armin Gardill von der Berufsfeuerwehr Würzburg war dort zu diesem Thema zu Gast.

Bitte einfach hier klicken.

 

Präventionsteam Würzburg stellt sich vor

Das Würzburger SBE-Team stellt sich auf seiner neuen Internetseite www.präventionsteam-würzburg.de vor.

Die Kürnacher Wehr steht hinter diesem Team und hat selbst 2004 an einer Studie des Bundesinnenministeriums zu diesem Thema mitgewirkt. Mehr hierzu finden Sie hier.

Wir beglückwünsche die Kolleginnen und Kollegen zu Ihrer Seite und wünschen wenige Einsätze und ein gutes Gelingen.

 

Feuerwehr Kürnach an Studie beteiligt.

Im Jahr 2004 gab das Bundesministerium des Inneren in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine dreiteilige Studie in Auftrag, bei der verschiedene Aspekte der Stressbelastung und Stressbewältigung für Einsatzkräfte näher erforscht werden sollten.

Unser Kamerad Martin Falger wurde als einer von fünf Multiplikatoren in Bayern ausgewählt um innerhalb dieses Projektes tätig zu werden. In einer zweitägigen Fortbildung an der Ludwigs-Maximilians-Universität München (LMU) wurde er zum Thema informiert und auf die Schulung vorbereitet.

Neben der Kürnacher Wehr waren ihm auch die FF Unterpleichfeld und die FF Erbshausen-Sulzwiesen zugewiesen worden. Alle beteiligten Wehren mussten einen anonymen Fragenbogen ausfüllen um einen Ausgangspunkt für die Studie zu erhalten. In diesem umfangreichen, 30-seitigen Werk wurden die individuellen Belastungen abgefragt und deren Auswirkungen auf das Umfeld der Einsatzkraft.

Nach einiger Zeit wurde eine – von der LMU ausgearbeitete – Präventionsschulung für Einsatzkräfte durch Martin gehalten. Auch hier war wiederum ein Fragenbogen auszufüllen. Die Schulung dauerte ca. 2 Stunden und beleuchtete alle Aspekte des Stresses und der Folgen von kritischen bzw. belastenden Einsätzen. Ende 2005 kam dann der dritte Fragebogen, welcher die Nachhaltigkeit der Informationen und den weiteren Umgang mit diesem Thema abfragte. Die Betreuer des Projektes danken der Wehr für eine sehr gute Mitarbeit und einen gut auswertbaren Rücklauf an Fragebögen.

Im Jahr 2008 durften wir eine Präsentation der Ergebnisse genießen. Hierbei wurde mitgeteilt, das nachgewiesen werden konnte, Prävention und Nachsorge sind wichtige Bausteine zur Gesundheit – hier speziell der psychischen Gesundheit – für Einsatzkräfte. Der Referent Alexander Strombach vermittelte die Ergebnisse und fragte – wiederum über Fragebögen – bestimmte Informationen für eine Nachfolgestudie ab. Im Anschluss übergab er ein CD des BBK mit den Ergebnissen und den fünf wichtigsten Ergebnissen und Empfehlungen an den 1 Kommandanten Ulrich Burkard und den Multiplikator Martin Falger.

Hier sind diese:

  1. Einsatzkräfte sind stärker psychisch belastet als der Durchschnitt der Bevölkerung
  2. Schwerwiegende psychische Erkrankungen infolge belastender Einsätze sind seltener als angenommen
  3. Ein einmaliges Gruppengespräch nach einem belastenden Einsatz hat keinen Einfluss auf die Entwicklung oder Verhinderung einer Posttraumatischen Belastungsstörung
  4. Prävention im Einsatzwesen wirkt nur als dauerhaft angelegtes Maßnahmenprogramm
  5. Führungskräfte nehmen eine Schlüsselrolle ein

Nähere Informationen gibt es auch unter
www.einsatzkraft.de
www.bbk.bund.de

 
(aus „Informationen für Einsatzkräfte, SBE-Team Würzburg)

Stress
In Einsätzen müssen wir schnell, gezielt und effektiv handeln. Dafür sind wir ausgebildet, darauf sind wir trainiert. Wir sind in Einsätzen besonders leistungsfähig, weil dabei in unserem Körper der Kreislauf und die Atmung aktiviert, Adrenalin ausgeschüttet und Energiereserven mobilisiert werden. Auch unser Denken und die Wahrnehmung sind auf das Einsatzgeschehen konzentriert. Dies alles ist das Ergebnis der Stressreaktion.Stress ist also Einsatzrealität und normalerweise ist er spätestens bei Einsatzende wieder vorbei.

Kritische Einsätze
Manche Einsätze stellen aber eine besondere Belastung dar:

    * Ein Verkehrsunfall bei dem eine ganze Familie getötet wird.
    * Ein Betriebsunfall, bei dem der Verletzte trotz laufender Rettungsmaßnahmen stirbt.
    * Ein Gefahrguttransporter, der mit einem Reisebus zusammenstößt.
    * Ein Gebäude, das zusammenbricht.
    * Massiv entstellte Unfallopfer.
    * Eine erfolglose Reanimation bei einem Kind.

Dies sind Beispiele für Einsätze, die bei den beteiligten Helfern eine überdurchschnittliche Betroffenheit hervorrufen. Häufig lassen diese Erlebnisse einen dann auch eine Zeitlang nicht richtig los. Diese Einsätze nennt man „kritische Einsätze“ Typisch für kritische Einsätze sind:
    * Der Eindruck, so einen Einsatz nicht (gleich) wieder haben zu müssen
    * Fragen, die einem durch den Kopf gehen,
       z. B. wie es dazu kommen konnte oder warum gerade das so passieren musste.
    * Erlebnisse vom Einsatz, die in Gedanken haften bleiben.
    * Das Gefühl, „im falschen Film“ gewesen zu sein.
    * Nach Einsatzende nach vom Erlebten beeindruckt zu sein.
    * Das Gefühl der Betroffenheit.
    * Schlechter zu schlafen.

Insgesamt fühlt man sich belastet. Das sind aber angemessene Reaktionen nach kritischen Einsätzen. Es ist die Stressreaktion, die über das Einsatzende hinaus wirkt. Unser Körper und Geist bleiben sozusagen noch im „Stand by“-Modus des Einsatzes.

Stressbewältigung
Stress kann man aktiv begegnen, z. B. durch:
    * Sport
    * Entspannung
    * Erholung
    * Und vieles mehr

Hilfreich nach kritischen Einsätzen ist es, sich sowohl mit dem Einsatz auseinander zu setzen, wie auch Abstand zu finden. Sehr gut eignen sich dazu Gespräche, insbesondere mit Kollegen. Hierfür ist das SBE-Team Würzburg für die Einsatzkräfte da. Unser Kamerad Martin Falger ist dort ebenfalls Mitarbeiter. Vorsicht Trauma! Einsatzbedingte Stressreaktionen lassen innerhalb von wenigen Tagen nach. Dauern sie länger an, sollte spätestens nach 3-4 Wochen eine Abklärung erfolgen! Auch hier steht das Team bei Fragen zur Verfügung