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(aus „Informationen für Einsatzkräfte, SBE-Team Würzburg)

Stress
In Einsätzen müssen wir schnell, gezielt und effektiv handeln. Dafür sind wir ausgebildet, darauf sind wir trainiert. Wir sind in Einsätzen besonders leistungsfähig, weil dabei in unserem Körper der Kreislauf und die Atmung aktiviert, Adrenalin ausgeschüttet und Energiereserven mobilisiert werden. Auch unser Denken und die Wahrnehmung sind auf das Einsatzgeschehen konzentriert. Dies alles ist das Ergebnis der Stressreaktion.Stress ist also Einsatzrealität und normalerweise ist er spätestens bei Einsatzende wieder vorbei.

Kritische Einsätze
Manche Einsätze stellen aber eine besondere Belastung dar:

    * Ein Verkehrsunfall bei dem eine ganze Familie getötet wird.
    * Ein Betriebsunfall, bei dem der Verletzte trotz laufender Rettungsmaßnahmen stirbt.
    * Ein Gefahrguttransporter, der mit einem Reisebus zusammenstößt.
    * Ein Gebäude, das zusammenbricht.
    * Massiv entstellte Unfallopfer.
    * Eine erfolglose Reanimation bei einem Kind.

Dies sind Beispiele für Einsätze, die bei den beteiligten Helfern eine überdurchschnittliche Betroffenheit hervorrufen. Häufig lassen diese Erlebnisse einen dann auch eine Zeitlang nicht richtig los. Diese Einsätze nennt man „kritische Einsätze“ Typisch für kritische Einsätze sind:
    * Der Eindruck, so einen Einsatz nicht (gleich) wieder haben zu müssen
    * Fragen, die einem durch den Kopf gehen,
       z. B. wie es dazu kommen konnte oder warum gerade das so passieren musste.
    * Erlebnisse vom Einsatz, die in Gedanken haften bleiben.
    * Das Gefühl, „im falschen Film“ gewesen zu sein.
    * Nach Einsatzende nach vom Erlebten beeindruckt zu sein.
    * Das Gefühl der Betroffenheit.
    * Schlechter zu schlafen.

Insgesamt fühlt man sich belastet. Das sind aber angemessene Reaktionen nach kritischen Einsätzen. Es ist die Stressreaktion, die über das Einsatzende hinaus wirkt. Unser Körper und Geist bleiben sozusagen noch im „Stand by“-Modus des Einsatzes.

Stressbewältigung
Stress kann man aktiv begegnen, z. B. durch:
    * Sport
    * Entspannung
    * Erholung
    * Und vieles mehr

Hilfreich nach kritischen Einsätzen ist es, sich sowohl mit dem Einsatz auseinander zu setzen, wie auch Abstand zu finden. Sehr gut eignen sich dazu Gespräche, insbesondere mit Kollegen. Hierfür ist das SBE-Team Würzburg für die Einsatzkräfte da. Unser Kamerad Martin Falger ist dort ebenfalls Mitarbeiter. Vorsicht Trauma! Einsatzbedingte Stressreaktionen lassen innerhalb von wenigen Tagen nach. Dauern sie länger an, sollte spätestens nach 3-4 Wochen eine Abklärung erfolgen! Auch hier steht das Team bei Fragen zur Verfügung